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Private Krankenversicherung für Angestellte

Voraussetzungen, Vorteile und Besonderheiten für Angestellte in der PKV

Auch Arbeitnehmer können in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Sie erhalten zu den Beiträgen in der PKV in der Regel einen Zuschuss vom Arbeitgeber. Durch die Beteiligung des Arbeitgebers ergeben sich für Angestellte interessante Tarifoptionen.

Während Selbstständige sofort in die PKV wechseln können, sind Angestellte und Arbeitnehmer normalerweise in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Sie können erst dann in die private Krankenversicherung wechseln, wenn ihr Einkommen über der so genannten "Versicherungspflichtgrenze" liegt.

Die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung

Mit Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung werden Arbeitnehmer und Angestellte Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das schreibt §5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V vor. Sie sind "versicherungspflichtig".

Möchten sie in die Private Krankenversicherung wechseln, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit sie "versicherungsfrei" werden.

Diese Voraussetzungen gelten für Arbeitnehmer für einen Wechsel in die PKV

Ob ein Arbeitnehmer in die private Krankenversicherung wechseln kann, hängt hauptsächlich von seinem Bruttoeinkommen ab. Dieses muss über der Versicherungspflichtgrenze liegen, auch bekannt als Jahresarbeitsentgeltgrenze.

Berücksichtigt wird bei der Berechnung der Versicherungspflichtgrenze nur das regelmäßige Arbeitsentgelt

Hierzu zählen neben dem monatlichen Bruttogehalt auch Einmalzahlungen, die mindestens einmal jährlich sicher gezahlt werden. Dazu gehören Weihnachtsgeld oder ein 13. Monatsgehalt, wenn vertraglich vereinbart oder regelmäßig gezahlt.

Auch Überstundenentgelte oder Erschwerniszulagen können hinzu gezählt werden, wenn sie pauschal abgegolten werden.

Die nachstehende Tabelle zeigt Dir, welche Gehaltsbestandteile Du berücksichtigen kannst, um zu überschlagen, wann du versicherungsfrei bist und in die Private Krankenversicherung wechseln kannst:

Diese Gehaltsbestandteile zählen bei der Berechnung der Versicherungspflichtgrenze:

Entgelt Anrechnung
vertraglich vereinbartes Bruttoentgelt ja
pauschale Bereitschaftsvergütung ja
pauschale Erschwerniszuschläge ja
pauschale Überstundenvergütung ja
Fahrtgeldpauschalen ja
Jahresprämien ja
KFZ Überlassung ja
Vermögenswirksame Leistungen ja
Provisionen, wenn das Gehalt prägend ja

Gehaltsbestandteile, die nur einmalig oder auf einen bestimmten Monat bezogen gezahlt werden (Wetterzulage, Überstundenentgelt o.ä.) oder solche, bei denen unklar ist, ob und in welcher Höhe sie für die Zukunft bezahlt werden,  bleiben bei der Berechnung der Versicherungspflichtgrenze außer Betracht. Auch Kinderzuschläge werden nicht berücksichtigt.

Dieses Gehalt musst Du erreichen, um die Private Krankenversicherung zu wechseln

Damit Du als Angestellter in die Private Krankenversicherung wechseln kannst, muss Dein Gehalt oberhalb der so genannten Versicherungspflichtgrenze (auch "Jahresarbeitsentgeltgrenze") liegen. Diese wird vom Gesetzgeber jedes Jahr neu festgelegt und liegt im Jahr 2024 bei 69.300 EUR im Jahr.

Die Grenzen der letzten Jahre findest Du hier:

Jahr JAEG / Euro
2024 69.300,00
2023 66.600,00
2022 64.350,00

Das passiert, wenn Du über die Versicherungspflichtgrenze kommst

Dein Arbeitgeber überprüft Deinen Status bei Eintritt in das Unternehmen und dann regelmäßig zum Jahreswechsel oder bei Gehaltsanpassungen.

Bist Du / wirst Du krankenversicherungsfrei, meldet er das an die gesetzliche Krankenkasse, deren Mitglied Du bist.

Diese teilt Dir im Anschluss mit, dass von nun an Deine Mitgliedschaft als freiwillig geführt wird.

Wechsel in die PKV - diese Fristen musst Du beachten

Liegt Dir die Mitteilung über Deine freiwillige Mitgliedschaft vor, ist der Wechsel in die private Krankenversicherung möglich.

Du kannst nun entweder ein Sonderkündigungsrecht nutzen oder Dir etwas mehr Zeit lassen.

Variante 1: Sonderkündigungsrecht

Wenn du dich nicht freiwillig versichern möchtest, musst Du innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Mitteilung über die freiwillige Mitgliedschaft Deiner gesetzlichen Krankenversicherung Deinen Austritt erklären und eine private Krankenversicherung nachweisen. Dein Versicherungsschutz darf dabei keine Lücken aufweisen.

Variante 2: Ordentliche Kündigung

Möchtest Du Dir etwas mehr Zeit für den Wechsel in eine private Krankenversicherung lassen, kannst Du Deine Mitgliedschaft in der GKV mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende kündigen. Auch hier gilt, dass Du eine Anschlussversicherung nachweisen musst. Deine Krankenversicherung darf nicht unterbrochen sein.

Als Angestellter in der PKV - das zahlt Dein Arbeitgeber

Als Mitglied einer privaten Krankenversicherung hast Du Anspruch auf einen Beitragszuschuss  § 257 Abs. 2a SGB Vdurch Deinen Arbeitgeber - das gilt jedoch nicht in unbegrenzter Höhe.

Zuschuss nur in Höhe des Basisschutzes

Der Arbeitgeber bezuschusst die Teile Deiner Krankenversicherung, die einen Basisschutz analog der gesetzlichen Krankenversicherung abbilden. Keine Sorge - von Deiner privaten Krankenversicherung erhälst Du eine entsprechende Bescheinigung. 

Zuschuss nicht höher als bei gesetzlich versicherten Personen

Auch darf Dein Arbeitgeber nicht höher belastet sein, als wärest Du noch gesetzlich versichert.

Zuschuss auch für Familienangehörige

Der Beitragszuschuss umfasst auch die Krankenversicherungsbeiträge für Familienangehörige, für die in der gesetzlichen Krankenversicherung Anspruch auf Familienversicherung bestehen würde - aber auch hier gilt die Grenze des Basisschutzes.

Welche Vorteile bietet einem Angestellten der Wechsel in die Private Krankenversicherung?

In der GKV beträgt der Beitrag 14,6 % des Einkommens (zzgl. evtl. Zusatzbeitrag), während in der PKV die Beiträge unabhängig vom Einkommen sind. Hier basiert der Beitrag für die Private Krankenversicherung auf den gewählten Leistungen, dem Eintrittsalter und dem Gesundheitszustand bei Vertragsschluss.

Günstigere Beiträge

So locken in der PKV vorrangig günstigere Beiträge. Wer mit seinem Gehalt die Versicherungspflichtgrenze überschreitet, zahlt in der GKV den Höchstbeitrag. Der liegt im Jahr 2024 nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bei durchschnittlich 843 EUR - Pflegepflichtversicherung nicht berücksichtigt.

Im Gegensatz hierzu sind in der PKV für junge, gutverdienende Angestellte Beiträge um die 450 EUR nicht die Ausnahme, sondern die Regel - und das bei deutlich besseren Leistungen

Vertraglich festgelegte Leistungen

In der GKV werden die Leistungen vom Gesetzgeber festgelegt und können sich schnell ändern.Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse wurde in den vergangenen Jahrzehnten mit jeder Gesundheitsreform verkleinert.

Auch heute finden sich immer wieder Vorstöße, bestimmte Leistungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Kasse heraus zu nehmen.

In der PKV sind die Leistungen vertraglich festgelegt und gelten lebenslang.

Zugang zu besserer medizinischer Behandlung

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung müssen dem so genannten Wirtschaftlichkeitsgebot entsprechen. Dieses hält die gesetzlichen Krankenversicherungen zum Haushalten an.

Festgelegt ist es in § 12 SGB V und beschreibt den möglichen Leistungsumfang einer GKV wie folgt:

Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen.

Daneben existiert in der GKV noch die Idee des Festzuschusses - GKV Versicherte, die sich aufwändigen Behandlungen beim Zahnarzt unterziehen müssen, kennen das.

Ist für eine Leistung ein Festbetrag festgesetzt, erfüllt die Krankenkasse ihre Leistungspflicht mit dem Festbetrag.

Die Grenzen des gesetzlichen Systems zeigen sich am Beispiel der Versorgung eines GKV Versicherten mit einem Zahnimplantat.

Es fallen grundsätzlich zwei Positionen an:

a) das Implantat selbst.

b) der Zahnersatz, der auf dem Implantat befestigt wird.

Kosten für das Implantat und die damit notwendigen Leistungen übernimmt die GKV in der Regel gar nicht. Die Versorgung mit Implantaten ist nicht im Leistungskatalog der GKV enthalten.

An den Aufwendungen für den Zahnersatz beteiligt sich die GKV mit einem Festzuschuss.

Ganz anders agiert die Private Krankenversicherung. Hier ist Art und Umfang der Erstattung vom vereinbarten Tarif abhängig. Der vereinbarte Leistungsumfang gilt nach Vertragsschluss ein Leben lang.

Freie Krankenhauswahl

Als privat Versicherter hast Du freie Wahl zwischen allen öffentlichen und privaten Krankenhäusern. In der GKV wärest Du auf das nächstgelegene (öffentliche) Krankenhaus angewiesen.

Welche Nachteile hat die Private Krankenversicherung für einen Angestellten?

Wir sind der festen Überzeugung, dass die Private Krankenversicherung gerade für Angestellte KEINE Nachteile mit sich bringt - wenn sie von Anfang an richtig beraten wird.

Dazu gehört neben einer Aufklärung über die Unterschiede zwischen den Systemen GKV und PKV auch eine sorgsame Gesellschafts- und Tarifauswahl und der Blick auf die Zukunftsplanung.

Oft wird als Argument gegen die Private Krankenversicherung angeführt, dass eine kostenfreie Familienversicherung nicht möglich sei und sich deswegen der Wechsel in die Private "...nicht lohnen..." würde.

Grundsätzlich ist es richtig, dass in der PKV für jedes versicherte Mitglied ein eigener Beitrag zu zahlen ist. Ob sich der Wechsel weg von der Grundversorgung der GKV zu einem leistungsstarken PKV Tarif trotzdem lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Zählen tatsächlich nur finanzielle Aspekte, kann es mit drei oder mehr Kindern in der PKV tatsächlich kostenintensiver werden als in der GKV.

Wichtig: Wer nur in die PKV wechseln will, um mehr Geld in der Tasche zu haben, begeht wahrscheinlich einen Fehler. Sinnvoller ist es, wenigstens einen Teil der Beitragsersparnis für die Zukunft beiseite zu legen - ob nur durch ein eigenes Sparmodell oder mit Hilfe durch den Arbeitgeber durch Beitragsentlastungstarife bleibt jedem selbst überlassen. So oder so: wir beraten Dich gerne.

Für wen ist der Wechsel in die Private Krankenversicherung sinnvoll?

Ab etwa Alter 40 sollte man genau hinsehen, ob ein Wechsel in die Private Krankenversicherung noch vollzogen werden sollte. Die Versicherer haben dann nicht mehr viel Zeit, Altersrückstellungen aufzubauen.

Diesem Problem kann man etwas die Schärfe nehmen, indem man durch die entsprechende Tarifgestaltung für diese besondere Situation Vorsorge trifft. Ignorieren darf man sie aber nicht.

Als Faustregel gilt: je jünger und je gesünder Du in die Private Krankenversicherung wechselst, desto günstiger sind die Beiträge.

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    Antwort: Um sich privat krankenversichern zu können, muss das Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegen (2024: 69.300 Euro jährlich).

    Als Angestellter erhälst Du von Deinem Arbeitgeber einen Zuschuss zum Beitrag für die Private Krankenversicherung. Gesetzlich geregelt ist, dass er die Hälfte des Beitrags zu Deiner Krankenversicherung übernimmt, allerdings nicht mehr, als er bezahlen müsste, als wenn Du gesetzlich versichert wärest. Außerdem gilt der Zuschuss nur für die Vertragsteile, die einen Schutz analog der gesetzlichen Krankenversicherung abbilden.

    Du kannst mit Deinem Arbeitgeber vereinbaren, dass er die Krankenversicherung auch komplett bezahlt. Der den gesetzlichen Mindestsatz überschießende Beitrag wäre dann allerdings steuer- und beitragspflichtig.

    Nein. Deine Beitragsrückerstattung hat mit dem Zuschuss durch Deinen Arbeitgeber nichts zu tun.

    Für einen Zuschuss gemäß § 257 Abs. 2a SGB V musst Du dem Arbeitgeber einen Nachweis vom Versicherer vorlegen. Dieser muss Angaben zu:

    • Art der Versicherungsleistungen,
    • Höhe der Beiträge und
    • den Namen der Zuschussberechtigten

    enthalten. Änderungen in diesen Punkten müssen sofort gemeldet werden. Die Arbeitgeberbescheinigung wird zu Beginn der Versicherung von der PKV ausgestellt und jährlich aktualisiert. Sie bestätigt auch, dass die Beiträge die Voraussetzungen für den Arbeitgeberzuschuss erfüllen.

    Die Leistungen der privaten Krankenversicherung können je nach Tarif variieren, können aber umfassende ärztliche Behandlungen, Zahnbehandlungen, sowie zusätzliche Leistungen wie Chefarztbehandlungen und Einzelzimmer im Krankenhaus umfassen.

    Ja, Angestellte können unter bestimmten Voraussetzungen von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln, wenn ihr Einkommen die Versicherungspflichtgrenze überschreitet.

    Bei Arbeitslosigkeit müssen Sie in der Regel wieder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, es sei denn, Sie erfüllen die Voraussetzungen für den freiwilligen Verbleib in der privaten Krankenversicherung.

    Die Beiträge für die private Krankenversicherung richten sich nach Alter, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungsumfang. Sie können individuell vereinbart werden.

    Die Beiträge für die private Krankenversicherung richten sich nach Alter, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungsumfang. Sie können individuell vereinbart werden.
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